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2021: "Wildern"





Koproduktion Collectif barbare / Bühne Aarau / Gare du Nord Basel / Theater Winkelwiese Zürich

Première: 1. Dezember 2021

…wir essen fisch der nach petrol riecht und
kochen mit petrol das nach fisch riecht
wie der fluss der nach petrol und fisch
riecht der fluss der keine grenze sei…

R. Urweider, “WILDERN” – Ausschnitt aus dem Gedicht “Kin”




Die Musikerin und Performerin Vera Kardos befindet sich in einer würfelförmigen Installation, die mit Objekten, lebenden Tieren und Pflanzen gefüllt ist. Ein Hybrid zwischen einer Isolationszelle und einem Überlebensbunker, den sie nach ihren Bedürfnissen und Wünschen moduliert. Dort kocht, isst, hört sie Radio, experimentiert, übt Geige, fotografiert und filmt sich selbst. Das Publikum sitzt in einem Halbkreis um sie herum, aber sie spricht nur mit ihren Tieren und Pflanzen. Nach und nach beginnen ihre Ordnung und ihre täglichen Rituale, die auf den ersten Blick perfekt beherrscht zu sein scheinen, ihr zu entgehen. Wetterberichte und Radiowarnungen werden immer häufiger. Ein Sturm zieht auf.


16.45

kurz davor verschwand die sonne
hinter der bucht vor maputo
das einnachten vermag
das giftige gelb des meeres

beinahe in ein natürliches grün zu verwandeln die Brandung aus Seifenblasen
blitzt jetzt kühl
wie neu geprägte fünfmeticais-Münzen
mit der Ebbe leert sich
die Bucht die Muscheln und
angespülten Quallen
leuchten im nun schwarzen Sand
wie Radiumsalz auf Zifferblättern
(...)

R. Urweider, “WILDERN” – Ausschnitt aus dem Gedicht “dämmern”

drawing - staging:



pomegranate (excerpt):