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2011-18: "Pianiste"

solo Astride Schlaefli


Koproduktion Collectif barbare / "Gastspiele" Festival Zürich

Ein Klaviersolo ohne Klavier

"pianiste" bietet den Zuschauern eine intime und farbenfrohe Alternative zum klassischen Klavierabend. Hier spielt Astride Schlaefli mit "Bontempi"-Klaviere aus orangefarbenem, rotem und grünem Kunststoff, Mundharmonikas, Spieldosen, ein Megaphon, eine Panflöte, eine Melodica mit Föhn, ein Plattenspieler und verschiedene Spielzeuge. Sie alle zusammen bilden eine Art musikalische Maschinerie, poetisch, komisch und absurd zugleich. Das Repertoire umfasst natürlich auch Werke für Klavier aus allen Epochen und Stilrichtungen, die auf dem vorhandenen Instrumentarium auf verschiedene Weise gespielt und interpretiert werden. Und all dies wird von den Kommentaren und kleinen Geschichten von Astride Schlaefli unterbrochen, die mit ein paar Augenzwinkern ihre besten und schlimmsten Erinnerungen als Pianistin heraufbeschwören.

Trailer:



A. Prolog: François-René Duchâble / "Le Monde", Juli 2003

François René Duchâble - bekannter Pianist und berühmter Interpret von Liszt und Chopin - kündigt an, dass er seiner Karriere als Solist ein Ende setzt. Bei dieser Gelegenheit lädt er die französische und internationale Presse zu einem letzten Auftritt ein: Er wird seinen Bechstein-Flügel aus einem Hubschrauber in den See von Annecy werfen und dann seine Bühnenkleidung am Ufer des Sees verbrennen.



"pianiste" ist von den verschiedenen Problemen des Klaviers inspiriert und bietet den Zuschauern eine intime und farbenfrohe Alternative zum klassischen Klavierabend. Hier kommen "Bontempi"-Klaviere aus orangefarbenem, rotem und grünem Kunststoff, Kassettophone, Mundharmonikas, Spieldosen, ein Megaphon, eine Panflöte, eine Melodica mit Föhn, ein Plattenspieler und verschiedene Spielzeuge zum Einsatz. Sie alle zusammen bilden eine Art musikalische Maschinerie, poetisch, komisch und absurd zugleich. Das Repertoire umfasst natürlich auch Werke für Klavier aus allen Epochen und Stilrichtungen, die auf dem vorhandenen Instrumentarium auf verschiedene Weise gespielt und interpretiert werden. Und all dies wird von den Kommentaren und kleinen Geschichten der Pianistin unterbrochen, die mit ein paar Augenzwinkern ihre besten und schlimmsten Erinnerungen als Pianistin heraufbeschwören.







Geschichten von Pianisten



Pianisten beginnen im Allgemeinen im Alter von etwa 4-5 Jahren mit dem Spielen ihres Instruments. Es ist der Beginn eines langen und einsamen Kampfes gegen ein anspruchsvolles Instrument; das Soloinstrument schlechthin. Die Grenzen der Virtuosität wurden im 19. und 20. Jahrhundert auf Extreme verschoben, die die physische und psychische Gesundheit der Pianisten gefährdeten.

Im Jahr 1833 baute Robert Schumann eine Maschine zur Stärkung seines versagenden Ringfingers, die ihm die Knochen seiner linken Hand brach und ihn zur Komposition "verurteilte", so dass seine Frau Clara eine Karriere als Virtuosin machen musste. Dies war nur der Anfang; eine Reihe von Pianisten wie Annie Fischer, Clara Haskil, Arthur und Anton Rubinstein, Glenn Gould, Martha Argerich folgten und hinterließen so bemerkenswerte Interpretationen wie ihre persönlichen Probleme.

Digitale Aufnahmetechniken werden die Pianisten noch mehr unter Druck setzen; der an einwandfreie und konsistente Interpretationen der CD gewohnte Hörer erwartet natürlich die gleiche Perfektion auch live vom Pianisten. Dabei werden die Monate der Postproduktion in den Aufnahmestudios ignoriert, aber die Nachfrage ist da.

Hinzu kommt, dass Pianisten fast nie live auf ihrem Instrument spielen, eine Perspektive, die zum Beispiel für einen Geiger absolut unvorstellbar ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass 0,7 % der Pianisten, die in Europa ihren Abschluss machen, renommierte Solisten werden und eine "klassische" Karriere verfolgen werden. 70% werden an Musikschulen oder Universitäten unterrichten. 10 % werden zu Entertainern auf Tastaturen für Hochzeiten und Firmenfeiern. Und die anderen werden den Arbeitsplatz wechseln. Diese Bandbreite an Berufen ist speziell für das Klavier und ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass es nur wenige oder keine Pianisten in Orchestern gibt. Im Vergleich dazu stellen Orchester und Ensembles für 40% der Geiger in Europa Arbeit zur Verfügung.